Kaum ein Besucher des Harzes ahnt, welches technische Wunderwerk unter seinen Füßen verborgen liegt. Das Oberharzer Wasserregal ist eines der größten und am besten erhaltenen vorindustriellen Wassermanagementsysteme der Welt — und eines der bedeutendsten vorindustriellen Bauwerke Europas.
Geschichte: Wie alles begann
Im 16. Jahrhundert boomte der Silberbergbau im Oberharz. Die Bergleute stießen auf ein grundlegendes Problem: Die Gruben füllten sich mit Wasser. Die Lösung war revolutionär — man nutzte das Wasser selbst als Energiequelle durch Stauteiche, Gräben und unterirdische Wasserläufe.
Über 500 km Gräben · Mehr als 100 Teiche · Entstanden zwischen 16. und 19. Jahrhundert · Weltweit größtes vorindustrielles Wassermanagementsystem
Welterbe-Kontext: Rammelsberg und Goslar
Das Oberharzer Wasserregal steht in engem historischen Zusammenhang mit den Erzbergwerken Rammelsberg und der Altstadt von Goslar – gemeinsam bilden sie eine der bedeutendsten Montanlandschaften Europas.
Besuchertipp: Das Weltkulturerbe Rammelsberg in Goslar bietet unterirdische Führungen und Ausstellungen zur Geschichte des Wasserregals.
Heute: Wandern auf historischen Wegen
Viele der historischen Gräben sind heute als Wanderwege zugänglich. Der Rehberger Graben, der Kranicher Teich oder der Graben rund um Clausthal-Zellerfeld lassen sich erwandern und geben einen lebendigen Eindruck dieser ingenieurtechnischen Leistung.
Für Familien
Kinder fasziniert die Idee, dass Menschen hier schon vor Hunderten von Jahren Wasser wie Strom durch "Leitungen" geleitet haben. Die Gräben sind gut sichtbar und das Wasser fließt noch heute durch viele von ihnen.
Karte & Lage
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